Schweige-Retreat

Der 7-Tage Schweige-Retreat

Bereits im letzten Jahr liebäugelte ich damit, mal eine Auszeit in völliger Stille und Ruhe zu verbringen. Ich traute mich aber noch nicht, denn 7 Tage ohne zu reden erschien mir doch eine lange Zeit. Nun, dieses Jahr hatte ich mich angemelet und landete auf der

Warteliste. Ich freute mich deshalb umso mehr, als ich

ca. 1,5 Wochen vor Beginn des Schweigens die Teilnahmebestätigung erhielt. Und ich wurde auch etwas nervös, da ich ja keine Ahnung hatte, was mich da erwartete. Klar ich wusste, dass 7 Tage nicht gesprochen werden durfte, Sitz- und Gehmeditationen zum täglichen Programm gehörten und dass es um die Lehre Buddhas ging. Und, dass Buddha anscheinend ein sehr weiser Mann mit dickem Bauch und einem riesigen Lächeln im Gesicht war.


Nach langer Autofahrt war ich endlich da. An einem wunderschönen Ort in der Natur, der mir aus Kindertagen bekannt war. Das Meditations-Zentrum war früher ein Lagerhaus und ich war vor vielen Jahren dort in einem Sommerlager. Was für ein Zufall!

Im grossen Essensraum wimmelte es von eher "älteren" Menschen, die sich anmeldeten und ihr "Ämtli" für die Arbeitsmeditation entgegennahmen. Ich hoffte, dass ich nicht die einzige jüngere Person war und meldete mich ebenfalls an. 

Anschliessend bezog ich mein 4er Zimmer. 2 Betten waren bereits besetzt doch nur eine von meinen Mitbewohnerinnen war da. Sie war, wie ich, zum ersten Mal hier und kam aus Fribourg. Die zweite Frau war aus Deutschland, auch für sie war es etwas Neues. Beide vielleicht so um die 45-50 Jahre. Die Dritte war eine junge Frau, welche schon zum zweiten Mal teilnahm. Dies gab eine gewisse Ruhe oder Sicherheit in unserem Zimmer. 

Um 19:15 Uhr gab es Abendessen und danach begann der eigentliche Retreat mit dem Vorstellen des Hausteams und einem Vortrag der beiden Lehrerinnen.
Wir waren ca. 60 Teilnehmer und tatsächlich waren auch viele jüngere Menschen zu sehen. Nach einer Einführung war die erste Gehmeditation und dann noch eine Sitzmeditation angesagt,  bevor wir dann die Ohrenstöpsel montierten und müde ins Bett fielen, gespannt auf die kommenden Tage...


 

Tagesablauf:

 

6.00 Weckgong

6.30 Körperübungen (Yoga, Stretching, jeder für sich)

6.50 Sitzmeditation

7.30 Frühstück

8.15 Arbeitsmeditation oder freie Zeit 

9.15 Sitzmeditation mit Anleitung

10.00 Gehmeditation

10.45 Sitzmeditation 

11.30 Gehmeditation

12.15 Mittagessen

13.00 Arbeitsmeditation oder freie Zeit

14.15 Sitzmeditation mit Anleitung

15.00 Gehmeditation

15.45 Sitzmeditation

16.30 Gehmeditation

17.15 Abendessen

18.00 Arbeitsmeditation oder freie Zeit

18.30 Sitzmeditation

18.50 Gehmeditation

19.15 Vortrag

20.15 Gehmeditation

20.45 Sitzmeditation

21.30 Schlafenszeit

Dem Tagesablauf ist zu entnehmen, dass man wirklich kaum freie Zeit hatte und das war auch ganz gut so. 
Egal ob Sitz- oder Gehmeditation, ob Zähneputzen oder Essen, die "Aufgabe" bestand immer darin, alles mit achtsamer Gewahrsamkeit zu tun. Nun, zuerst muss man ja mal verstehen was das überhaupt heisst nicht wahr?

Kurzfassung: Immer genau im hier und jetzt sein. Wenn ich gehe, dann gehe ich; wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich esse, dann esse ich. Ich spüre was ich tue.
Nicht achtsam Gewahrsam könnte so sein: während des Gehens schreibe ich noch kurz eine SMS; wenn ich sitze, denke ich darüber nach, was es wohl später zu Essen gibt; beim Essen lese ich die Zeitung und beantworte noch ein paar Emails. 
In diesen 7 Tagen galt es also, immer wieder zu üben, in dem Moment zu sein, der gerade ist. Nicht so einfach dennoch machbar. Jedoch schwierig in Worte zu fassen. Man erlebt es am Besten selber, damit man es versteht und fühlt.



Tag 1 - Nach dem Weckgong beeilte ich mich mit aufstehen, schnappte mir eine Yogamatte (die waren sehr begehrt) und begrüsste den Morgen auf der schönen Terrasse mit Blick auf den See. WOW, toller Start in den Morgen. Ich machte ein paar Yogaübungen und schaute natürlich auch, was die anderen so machten. "Boah, in dem Alter kann die das Bein noch so in die Höhe strecken und auch noch ohne umzukippen? Oh mann, die macht aber den Sonnengruss viel schöner und flüssiger als ich! Ah der Typ macht wohl Tai Chi oder Chi Gong?" Plötzlich bemerkte ich, dass ich vor lauter denken meine eigenen Übungen nicht mehr bewusst ausführte. AHA! Soviel zum Thema achtsam Gewahr sein. Wie schnell man doch abgelenkt ist ohne es zu merken. ;-)
Da sass ich nun in dieser Meditationshalle mit 60 anderen Menschen die ich noch nie im Leben gesehen hatte, über die ich nichts wusste, ausser das was ich von Ihnen sah und mit denen ich nicht reden durfte/musste. Und mit zwei Lehrerinnen, bei welchen alles ganz einfach aussah. Eine davon trug während den ganzen 7 Tagen ein Lächeln im Gesicht, wie es oft bei den Buddhas die man kaufen kann, zu sehen ist.  Sie sah total relaxed aus.

Während dieses Tages lernten wir, dass wir uns in den 45 Minuten Sitz- oder Gehmeditation jeweils auf unseren Körper konzentrieren sollen. Also, wo spüre ich was? Pulsiert oder schmerzt es irgendwo? Spüre ich den Boden? Wie fühlt sich das Atmen an usw. Und ja, ich spürte Schmerzen an allen möglichen stellen. Immer wieder versuchte ich mich mit Nacken dehnen oder Rücken durchstrecken zu entspannen, was mir auf diese Weise allerdings nicht gelang. Ich wurde etwas ungeduldig und versuchte wiederum einfach nur im Moment zu sein, mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Also schloss ich die Augen und... hopla bin wohl kurz eingenickt!!! Ups. Immerhin bin ich nicht vom Sitzkissen gefallen wie ein anderer Teilnehmer, dessen 'beinahe vom Stuhl fallen' die Stille durchbrach wie ein Donnergrollen aus heiterem Himmel. Im Gruppengespräch erhielten wir den Tipp, die Augen beim Meditieren offen zu halten, was ich als sehr komisch empfand. Hatte ich bis anhin doch immer mit geschlossenen Augen meditiert um nicht abgelenkt zu sein. Ok, man kann es ja mal versuchen. Dieser Tag ging so schnell vorüber und als ich im Bett lag, konnte ich vor lauter schwindligem Kopf kaum einschlafen.

 

Tag 2 - Ich erwachte mit Kopfschmerzen und auch sonst spürte ich Schmerzen am ganzen Körper. In den heutigen Meditationen lernten wir dann, mit diesen Schmerzempfindungen umzugehen, sie zu akzeptieren und die Konzentration auf andere Körperstellen zu lenken. Siehe da, das funktionierte tatsächlich. Ich war erstaunt wie schnell man so etwas erlernen konnte. Trotzdem hatte ich immer wieder Krisen und schaute ab und zu auf die Uhr, wie lange es noch dauerte bis vorne der Gong ertönte. Ein fataler Fehler der dazu führte, dass mein Leiden und meine Ungeduld nur noch grösser wurden. Ich zog die Uhr später aus, damit mir das nicht mehr passierte. 

 

Tag 3 - Wieder erwachte ich mit leichten Kopfschmerzen, welche aber nach der ersten Sitzmeditation verschwunden waren. Warum wohl? Mein Kreislauf bereitete mir nach wie vor Mühe, und bei zu schnellem Aufstehen taumelte ich und sah Sternchen. Das lange Sitzen machte mir heute nicht viel aus, ich konnte meinen Körper gut wahrnehmen und verstand so langsam einen mikroskopisch kleinen Teil der Lehre und um was es hier eigentlich ging. Es gab auch wieder ein Gruppengespräch, bei welchem eine meiner Zimmergenossinnen aber nicht mehr dabei war. Es beunruhigte mich total und am liebsten wäre ich sogleich ins Zimmer gerannt um zu schauen ob es ihr gut geht, oder ob sie noch da ist. Eigentlich komisch, wenn man diese Person kaum kennt und nur ca. 5 Minuten mit ihr gesprochen hat. Später im Zimmer war es dann tatsächlich so, dass sie nicht mehr da war. Koffer weg, Teilnehmerin weg. Warum wohl? Ist etwas passiert? Fand sie den Retreat nicht geeignet? Warum frage ich mich das überhaupt? Warum interessiert es mich überhaupt? Der Film lief also von A-Z durch und es erstaunte mich nicht, dass ich in ein Tief fiel, mehrmals meine Trinkflasche suchen musste, unter der Dusche Weinkrämpfe hatte, weil ich auch abreisen wollte, traurig und deprimiert war. Dann kam mir Vedana in den Sinn. Also, wieder achtsam Gewahrsam sein, das Gefühl im Körper beobachten und mir klar machen, dass alles vergänglich ist. Alles fängt irgendwo an und endet dann auch wieder. Das Gefühl annehmen und mich wieder an meine innere Ausrichtung erinnern, warum bin ich hier? Weil es mein Wunsch war, genau. Auch hier, es hat bestens funktioniert meine inneren Dämonen und den Film zu überwinden, mich wieder zu zentrieren. Das funktioniert also nicht nur mit körperlichem Empfinden sondern auch bei starken Emotionen. Wow was für eine Erkenntnis zum Tagesabschluss. Das wollte ich unbedingt in meinen Alltag integrieren, da ich manchmal sehr explosiv sein kann, ohne das Gefühl genau zu benennen. Ich war begeistert!

 

Tag 4 - Diese Nacht war sehr unruhig. Meine entzündete Sehne am rechten Fuss schmerzte so sehr, dass ich mitten in der Nacht beinahe laut aufschrie. Na das konnte ja heiter werden. Schwups, da war sie wieder, die negative Einstellung, das bereits heraufbeschwören von ganztägigen Schmerzen am Fuss. Wie doof war das denn? Und wie gut ich es von mir kannte, bereits im Voraus ein Horrorszenario zu visualisieren und mich schlecht zu fühlen. Stopp! Ok jetzt machen wir es mal anders. Konzentration auf den Körper, Gefühl wahrnehmen, weitergehen und im Moment sein. Auch das funktionierte und ich spürte den Fuss kaum noch. Wir lernten heute die sehr hilfreichen META Sätze. Möge ich glücklich sein, möge ich gesund sein, möge ich unbeschwert leben. Hach wie gut sich das doch anhört. Aber es auch zu fühlen, das war nun wieder eine ganz andere Geschichte. Wir übten dies mit uns selbst, mit einer Person die uns nahe steht, einer neutralen Person und einer Person die für uns schwierig war. Es war eine Herausforderung die Sätze nicht einfach in Gedanken herunterzuleiern sondern wirklich bei jedem Satz zu spüren was man sich selbst und anderen wünschte. Glücklicherweise wurde uns mehrmals gesagt, dass das immer wieder Abschweifen in Gedanken und nicht Fühlen zu können was man da sagt, ganz normal sei. Buddha hat es ja auch nicht in einem Tag gekonnt. Es war beruhigend und eine Wohltat, sich nicht immer selber zu verurteilen, weil man es nicht gleich auf die Reihe gekriegt hat. Das war ein eher neues und sehr befreiendes Gefühl. Und gleichzeitig war es schwierig, es so anzunehmen.

 

 Tag 5 - Langsam schienen wir alle angekommen zu sein. Während der Meditationen war es viel stiller und ruhiger und die von mir wahrgenommene eher schlechte Stimmung - sofern man das in einem Schweigeretreat sagen kann - hatte sich bis am Abend verzogen. Interessant war auch, dass die Lücke welche die abgereiste Zimmergenossin für mich hinterlassen hatte, durch das Feld der anderen Teilnehmer und mich irgendwie wieder geschlossen wurde. Wie auch immer, aber ich spürte mich auf eine unerklärliche Weise wieder ganz. Dennoch kamen langsam Gedanken, dass es ja nur noch zwei Tage geht und wie wohl der letzte Tag aussieht, weil um 14.00 Uhr sollte der Retreat ja dann schon zu Ende sein. Wie wird das Sprechen sein, kann ich das Gelernte alles umsetzen. Et voilà, da war der schöne Alltags-Kinofilm wieder. Es war eine gute Übung erneut zurück zum Körper zu kommen und den Geist zu zügeln.

Heute ging es darum, sich noch tiefer in den Körper hineinzuspüren. Wie das allerdings gehen sollte, war mir ein Rätsel. Ich versuchte es also weiterhin, bemerkte aber keinen Unterschied zu vorher. Zudem schmerzte mein Körper und ich wechselte vom Sitzkissen auf den Stuhl und somit gleich zur nächsten Prüfung. Es hiess, man solle seinen Meditationsplatz freigeben wenn man ihn nicht mehr brauche. Mein Gedanke war es doch tatsächlich, ob ich nun den Stuhl besetzen soll, wenn ich zwischendurch wieder auf mein Plätzli am Boden wechsle und umgekehrt. Da kam mir wieder in den Sinn, alles ist vergänglich. Es spielt doch keine Rolle wo ich am Boden sass. Ich fragte mich, wie man so besitzergreiffend sein kann. Ich wusste danach auch, dass ich zuhause einiges an Sachen weggeben würde, mich weniger auf das Vergängliche und Materielle zu konzentrieren, auszumisten, Feng Shui.

 

Tag 6 - Vorfreude auf die Heimreise, angespannt, hoffentlich möge die Zeit rasch vorbei gehen usw. Die Gedanken überschlugen sich und ich musste mich wieder sehr konzentrieren, warum ich mich für diesen Retreat entschieden hatte. Ich fühlte mich recht fit, das Sitzen war mittlerweile ganz ok und eingeschlafen bin ich auch nicht mehr. Am Morgen hatte ich bei einem Einzelgespräch Gelegenheit, mir nochmal das mit dem "noch tiefer in den Körper spüren" erklären zu lassen. Ich verstand es aber erst kurz vor dem Mittagessen, als ich das pulsierende Leben in meinem Körper fühlte und meinen Herzschlag wahrnahm. Am Nachmittag dann wieder voll die Krise. Ich überlegte, wie lange es noch ginge und wie das der morgige Tagesablauf wohl sein würde. Und ausserdem hörte ich schon den ganzen Vormittag ein Lied in meinem Kopf, es wollte einfach nicht verschwinden. Es hiess also wieder, üben üben üben, in achtsamer Gewahrsamkeit und das bitte liebevoll und ohne Brechstange! Erst am Abend vor dem Essen erhielten wir dann die Informationen zum Abreisetag. Interessanterweise verbreitete sich eine sehr gut bemerkbare stille Heiterkeit unter den 60 Teilnehmern. 

 

Letzter Tag - Abreisetag. Was? Alles schon vorbei? Wo ist denn bloss die Zeit hin? Wie konnte das sein? Ich habe mich dies die letzten 4 Tage abends im Bett gefragt und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass die schönen Erlebnisse doch auch immer so schnell vorbei sind, negative oder unangenehmen Momente oft aber andauern und kaum vobeigehen wollen. Dies hatte ich auf oft während den Meditationen festgestellt. Ist doch eigentlich auch nichts Neues oder? Konzentriert man sich darauf, dass das Unangenehme endlich vorbei sein möge, geht es sicher noch eine gefühlte Ewigkeit, während ein schöner Moment viel zu schnell vorbei ist. Man kann nichts festhalten, alles ist vergänglich. Und trotzdem habe ich mich oft viel zu sehr auf die unangenehmen Momente konzentriert. Ich fand diese Erkenntnis bemerkenswert.

Beim Frühstück durfte an diesem letzten Tag wieder gesprochen werden. Es war ein lautes Geplapper zu hören. Ich stand zuhinterst in der Essenschlange und überlegte mir, ob ich nicht besser draussen Frühstücken sollte. Andererseits war es mir aber zu wichtig zu erfahren, wie ich auf diese Situation reagierte und was die anderen so zu erzählen hatten. Also setzte ich mich an einen Tisch ins Getümmel und versuchte mich an den Lärm aus Worten und Lachen zu gewöhnen. Ich verstand nicht mal meine Tischnachbaren, es war nur ein Gebrabbel. Nachdem ich mit der von mir gegenübersitzenden Frau einige kurze Worte gewechselt hatte - gottseidank ich konnte noch sprechen - öffneten sich anscheinend auch meine Gehörgänge wieder so, dass ich verstand und hörte, was um mich gesprochen wurde. Interessant, viele hatten in der Mitte des Retreats das Bedürfnis gehabt abzureisen. Also das was ich bei mir spürte und auch im Feld zu spüren glaubte, bestätigte sich. So viel zu, man spürt seine Mitmenschen, auch ohne Worte. 

Nach dem Packen und Zimmer aufräumen ging es dann nochmals in die Meditationshalle zu einem Vortrag der Lehrenden. Sie gaben uns mit, wie wir das Erlernte in den Alltag integrieren können. Auch dies wieder auf ganz einfache und kleine Weise. Zum Beispiel "nur" 6-8x täglich einige Sekunden oder Minuten achtsam Gewahr sein. Nach dem Essen kurz innehalten und sich bewusst werden, dass man gegessen hat. Mit kurzen Sitz- oder Gehmeditationen anfangen, sich selber nicht überfordern, sich einfach immer wieder daran erinnern und aus dem Alltag Zuflucht in Buddha, im Erwachen, finden. Das hörte sich ja ganz einfach an, man muss nur immer wieder erwachen... 

 


Zurück im Alltag

Nun nachdem beim Mittagessen nochmals ausführlich geredet und Erfahrungen ausgetauscht wurden, reiste ich ab, zurück in mein früheres Leben. Unterwegs habe ich noch rasch eingekauft und erlitt beinahe einen Schock in dem Gewimmel von Menschen und Lebensmitteln. Es war wirklich schwierig für mich und ich stieg mit schwindligem Kopf ins Auto und freute mich auf mein schönes ruhiges Zuhause. Glücklicherweise hatte ich auch noch eine Woche Ferien, so dass ich das Vergangene setzen und integrieren lassen konnte. Kaum zuhause räumte ich auf, wirklich nach Feng Shui, es fühlte sich so gut an. Sich mit den Gedanken, dass alles vergänglich ist, von Dingen zu trennen war enorm befreiend. Es ging jedoch noch eine ganze Weile, bis ich mich wieder an den Lärm des Alltags gewohnt hatte. Das erlernte zu integrieren war zudem eine grosse Herausforderung. Viel zu schnell hatte mich die Stille in mir verlassen, viel zu schnell hatte ich das Erlernte schon beinahe vergessen. Nach einer gewissen Zeit jedoch, fand ich heraus, wie ich  das Innehalten neu einbauen konnte, wann ich mir Zeit für meine Sitz-/Gehmeditationen nehmen wollte und wie ich aus meinem alten Leben ein neues altes Leben kreierte. 


Erkenntnisse

  • zu Schweigen war die einfachste Übung 
  • auch das lange Sitzen wurde mit der Zeit einfacher/angenehmer
  • META zu fühlen/spüren/wissen bedarf viel Übung (möge ich glücklich sein, gesund sein, unbeschwert leben)
  • das Abschweifen in Gedanken zu bemerken und wieder in die Realität zurückzukommen ist eine hohe Kunst
  • für den Retreat muss man nicht unbedingt etwas über Buddhas Lehre wissen
  • man muss niemanden kennen und kann die anderen trotzdem spüren
  • Gemeinsam einsam und doch nicht allein
  • die Lehre besteht unter anderem aus alltäglichem achtsamem Gewahrsam
  • jeder kann die Lehre lernen wenn er will/bereit ist dazu
  • viele Dinge aus der Lehre tut man schon, auch wenn man es nicht weiss
  • viele Dinge aus der Lehre weiss man schon, tut sie jedoch nicht, weil man noch nicht verstanden hat
  • alles ist vergänglich, nichts ist beständig
  • sich jeden Tag aufs neue nach der inneren Ausrichtung für den Tag fragen, sich daran erinnern
  • immer wieder innehalten und im Moment sein
  • sich bewusst werden was man an und in sich hat, sich auf seine Qualitäten konzentrieren und diese wertschätzen
  • sich selber und andere nicht werten/schlecht über mich/andere denken oder reden
  • das Gedanken- und Gefühlskarussell wahrnehmen und sich wieder auf den Körper und das hier und jetzt konzentrieren
  • Sammle Momente und nicht Dinge
  • Mögen alle Wesen glücklich sein

Lustiges, das aus Unachtsamkeit passieren kann...

  • man sprayt sich Trockenschampo anstelle von Deo unter die Arme
  • man sucht mehrmals am Tag seine Trinkflasche
  • man wirft mit lautem Geschepper die Teetasse um, stört damit die Stille im Raum und zieht alle Blicke auf sich
  • man nervt sich über etwas um eine Sekunde später festzustellen, dass es völlig sinnlos ist und lacht über sich selbst
  • ich denke, Buddha hat mitgelacht ;-)

Eine wunderbare Geschichte zu einem der in den Erkenntnissen erwähnten Punkte möchte ich unbedingt teilen. Du kannst sie ganz einfach nachlesen indem du auf den Button unten klickst. Viel Spass und tolle Erkenntnisse wünsche ich dir

Du willst auch schon lange so ein Retreat besuchen? Gerne empfehle ich das Meditationszentrum weiter. Klicke einfach hier und schau dich ein wenig um. 


Herzliche Grüsse
Fabienne

Bildquelle: pixabay.com

Kommentar schreiben

Kommentare: 0